14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Das Zeitalter des billigen Öls ist bald vorbei - Bringt `Peak OilŽ die Energiewende?

Diskussionsrunde: Am Podium Landtagsabgeordneter Christoph Chorherr , der Generaldirektor der OMV Wolfgang Ruttenstorfer, Kurt Kratena, der Energieexperte des WIFO und Michael Cerveny, Energie- und Klimaschutzexperte bei der E.V.A.

19.07.2004 Darüber wurde im Parlament bei einer Veranstaltung des grünen Clubs am Donnerstag diskutiert. Am Podium als Expertenrunde: Landtagsabgeordneter Christoph Chorherr , der Generaldirektor der OMV Wolfgang Ruttenstorfer, Kurt Kratena, der Energieexperte des WIFO und Michael Cerveny, Energie- und Klimaschutzexperte bei der E.V.A.

Wann kommt „Peak Oil“?

Der gestiegene Ölpreis der vergangenen Monate hat weltweit für Aufsehen und Besorgnis gesorgt. Obwohl eine kurzfristige Beruhigung der Preise eingetreten ist, rückt dennoch der Rohstoff Öl und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ins Zentrum nicht nur der umwelt-, sondern auch der wirtschaftspolitischen Diskussion. Der Ölverbrauch steigt nicht nur in China und Indien rasant an, sondern auch die industriellen Länder, USA, Kanada, Europa usw. erhöhen ständig ihren Verbrauch. Die steigende Nachfrage nach Energie könnte mittelfristig nicht mehr durch die Ölproduktion abgedeckt werden. Die erhöhten Preise dieses Frühjahrs sind nur ein Vorbote für eine tatsächlich signifikante Verteuerung von Öl bzw. ölabhängigen Produkten. Ölfunde werden zwar mehr, aber immer unergiebiger. Nicht nur die Usa, auch Russland und die Nordsee sind bereits „post peak“- das heißt der Höhepunkt ihrer Fördermengen ist bereits überschritten.

Weitreichende Konsequenzen

Die Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft könnten weitreichend sein. Ob der Peak Oil unmittelbar bevor steht oder 2020 kommt, ist noch nicht absehbar. Jedenfalls ist es an der Zeit, den nachzudenken, wie nachhaltige Energieszenarien aussehen, und wo die Energiepolitik dafür anzusetzen hat. Gewinner werden jene Länder sein, die nachhaltige Politk betreiben: und „Nachhaltige Politik heißt: Erneuerbar!“ so Christoph Chorherr in seinem Statement. Zeitgerechter Umstieg ist auch Technologievorsprung. Generaldirektor Ruttensdorfer rechnet mit höheren Ölpreisen in der nahe Zukunft, er betrachtete in seinen Überlegungen nur die rein gewinnorientierten Ziele der OMV und sieht daher eine „Zwischenstufe Gas“- das Peak Oil eine Wende bringen wird, stritt auch er nicht ab. Kurt Kratena vom Wifo zog folgende Schlussfolgerung: „Die Ölreserven sind an mehrere Bedingungen geknüpft. Es besteht ein enormer Investitionsbedarf: die Frage lautet: wie viel davon ist fossil- wieviel ist erneuerbar? Da die Preise von mehreren Bedingungen abhängig sind, ist das noch nicht geklärt.“ Aber: 64% der Reserven liegen im Mittleren Osten- und welche Politik wird es in Zukunft dort geben? Sind die politischen Systeme dort stabil? Und: der Klimawandel beschert uns horrende volkswirtschaftliche Kosten. Bereits jetzt: Hochwasser, Dürre, usw.

Michael Cerveny zählte viele andere Gründe auf, warum wir möglichst rasch reagieren müssen: „Nicht nur das Kyotoprotokoll zwingt zum Handeln. Die Treibhausgaskonzentration führt zum Klimawandel. Klimaschutz heißt in Richtung Efffizienz und Erneuerbare Energie. Wir haben lange Investionszyklen (z.B. Heizkessel, Auto..)“
[Oekonews, www.oekonews.at]

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