14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

NÖ: Neue Abstandregelung für Windkraft

Verschärfte Regelung bedeutet das "Aus" für viele Windkraftprojekte in Niederösterreich

Der Niederösterreichische Landtag hat am 25. März eine Novellierung des NÖ Raumordnungsgesetzes beschlossen, mittels derer verpflichtende Mindestabstände von Windkraftprojekten zu bebautem Gebiet eingeführt werden.

Bei der Widmung einer Fläche für Windkraftanlagen müssen


  1. eine Mindestleistungsdichte des Windes von mindestens 220 Watt/m² in 70m Höhe über dem Grund vorliegen und

  2. folgende Mindestabstände eingehalten werden:

  • 1.200 m zu gewidmetem Wohnbauland und Bauland-Sondergebiet mit erhöhtem Schutzanspruch

  • 750 m zu landwirtschaftlichen Wohngebäuden und erhaltenswerten Gebäuden im Grünland (Geb), Grünland Kleingärten und Grünland Campingplätzen

  • 2.000 m zu gewidmetem Wohnbauland, welches nicht in der Standortgemeinde liegt.

  • Wenn sich dieses Wohnbauland in einer Entfernung von weniger als 800 m zur Gemeindegrenze befindet, dann beträgt der Mindestabstand zur Gemeindegrenze 1.200 m. Mit Zustimmung der betroffenen Nachbargemeinde(n) kann der Mindestabstand von 2.000 m auf bis zu 1.200 m reduziert werden.

Leider wurden nur für einen ganz kleinen Teil der Projekte geeignete Übergangsbestimmungen geschaffen. Stichtag ist nicht das In-Kraft-Treten des Gesetzes sonder der 25.3.2004. So lautet der Text der Übergangsbestimmung:

Auf Widmungsverfahren, die vor dem 25.3.2004 bereits zur allgemeinen Einsichtnahme gemäß § 21 Abs. 1 NÖ ROG 1976 aufgelegt waren, ist Artikel I Ziffer 2 ab 1.7.2005 anzuwenden. Bei Widmungsverfahren, die am 25.3.2004 gemäß § 21 Abs. 1 NÖ ROG 1976 zur Einsichtnahme aufliegen und bei denen der Mindestabstand von 2000 m zum gewidmeten Wohnbauland einer Nachbargemeinde nicht vorliegt, bedarf die Widmung für Windkraftanlagen, bei sonstiger Rechtswidrigkeit, der Zustimmung der betroffenen Nachbargemeinde(n).

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