14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Das war das Symposium "EnergieZukunft Österreich" - erneuerbar, effizient, nachhaltig!

Mehr als 300 TeilnehmerInnen zeigen Aktualität des Themas - Appell an Umweltkommissar Dimas gegen Pro-Atomstimmen in Europa

Für eine massive Stärkung der erneuerbaren Energieträger und eine neue, nachhaltige Energiepolitik in Österreich sprach sich Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes, bei der Eröffnung des internationalen Symposiums zur Energiezukunft Österreichs aus, das am Montag in Wien stattfand. "Der steigende Energieverbrauch hat verheerende Auswirkungen auf das Klima, allein schon deswegen muss endlich gehandelt werden", so Heilingbrunner vor den 300 SymposiumsteilnehmerInnen.

In Österreich werden pro Jahr rund 8,08 Mrd. Euro für Zukäufe von Energie getätigt - Geld, das, würde es nur zu einem Bruchteil in heimische erneuerbare Energieträger fließen, der österreichischen Volkswirtschaft einen enormen Auftrieb geben würde. Eine weitere Gefahr, die Heilingbrunner mit dem steigenden Energiebedarf heraufziehen sieht, kommt aus einer altbekannten Richtung - missbraucht werden dafür neuerdings sogar die Argumente des Klimaschutzes.

Atomenergie hat keine Zukunft

"Die Atomenergie ist keine Energie mit Zukunft. Es liegt daher an uns und an der Politik die Position der nachhaltigen Energieträger zu stärken und deren Potenzial auch entsprechend zu nutzen! Die Atomkraft darf nicht noch einmal einen Aufschwung in Europa erfahren", so Heilingbrunners Appell, auch an die anwesenden Politiker, allen voran EU-Umweltkommissar Stavros Dimas und Bundesminister Josef Pröll. Fast 90% der ÖsterreicherInnen sprachen sich in einer jüngsten Umfrage des Umweltdachverbandes gegen die Nutzung von Atomstrom in Österreich aus. " Das ist ein klares Votum pro Erneuerbare und für den Rückhalt in der Bevölkerung, auch für eine konsequente Anti-Atompolitik in Europa, mehr kann man sich doch gar nicht wünschen", so Heilingbrunner. Diese gute Stimmung müsse genutzt werden. Das Bewusstsein der Bevölkerung für erneuerbare Energieträger sei zu stärken und entsprechende Rahmenbedingungen für einen weiteren Ausbau seien möglichst rasch festzulegen.

Energieeffizienz ist notwendig

Es ist aber nicht nur auf der Erzeugerseite Handlungsbedarf gegeben, auch die Verbraucherseite muss eine entscheidende Umstrukturierung erfahren. Der Stromverbrauch ist in Österreich seit 1990 um 32 %, der Treibstoffverbrauch sogar um satte 41 % gestiegen.

Energiesparen und Energieeffizienz brauchen klare Vorgaben und Anreizprogramme von Seiten der Politik. "Wenn es nicht gelingt, den Anstieg des Energie- und insbesondere auch des Stromverbrauches zu bremsen, dann öffnen wir damit Atomstrom und fossilen Energieträgern noch weiter die Tür", warnt Heilingbrunner. "Der Energie- und insbesondere der Stromverbrauch bis 2010 müssen um mindestens 2% pro Jahr zurückgehen und der Anteil der erneuerbaren Energieträger muss bis 2030 auf mindestens 50% gesteigert werden", so Heilingbrunner. Der Umweltdachverband fordert daher die Erstellung einer zukunftsweisenden und dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verpflichteten österreichischen Energie-Strategie, die sich klar zur Förderung und dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energiequellen und zum Einsatz von Energiespar- und Effizienzmaßnahmen bekennt, sowie die rasche Schaffung entsprechender Umsetzungsprogramme.

Das Potential ist vorhanden

Mit zahlreichen Beispielen, die die Vortragenden des Symposiums präsentierten, wurde klar dargelegt: Das Potential ist vorhanden, es muss nur endlich reagiert werden. Dezentrale Energieproduktion, energetische Sanierung und energieeffizienter Neubau, ein entsprechendes Raumordnungsprogramm und daraus resultierend eine nachhaltige Mobilität waren nur einige der Punkte, die angesprochen wurden. Auch das immense Potential der Landwirtschaft in verschiedenen Bereichen, sei es als Biomasse- bzw. Biogaserzeuger oder durch Nutzung der Flächen für Wind- und Sonnenenergie, wurde aufgezeigt. Allein durch Bioenergienutzung in der landwirtschaft im Wärme- und Strombereich wären etwa 14.400 neue Arbeitsplätze möglich, Biotreibstoff würde zusätzlich 25.600 Arbeisplätze bringen.

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Quelle: oekonews.at / holler

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