14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

AKW Biblis bleibt für Monate abgeschaltet

Rund 15.000 Dübel müssen überprüft werden - Etwa jeder zweite Dübel falsch montiert

Das Problem falsch montierter Dübel im Atomkraftwerk Biblis ist weit größer als zunächst angenommen. Wie die hessische Atomaufsicht am Mittwoch berichtete, haben Stichproben in beiden Kraftwerksblöcken ergeben, dass rund 50 Prozent aller Schwerlastdübel falsch montiert worden sind. In Biblis A und B seien insgesamt rund 15.000 Dübel eingesetzt worden, um zentrale Rohrleitungen erdbebensicher aufzuhängen. Das Doppelkraftwerk wird auf Monate hin abgeschaltet bleiben. Ursprünglich hatte der Kraftwerksbetreiber RWE die Zahl der Dübel auf rund 4.000 pro Block geschätzt. In beiden Kraftwerksblöcken sei mit einem mehrmonatigen Stillstand zu rechnen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Ein Sanierungsprogramm sei inzwischen gestartet worden, um Montagefehler aufzudecken und zu beseitigen. An den rund 30 Zentimeter langen Spezialdübeln aus Metall sind über ein Aufhängesystem wichtige Rohrleitungen des radioaktiven und des nicht-radioaktiven Kühlkreislaufs befestigt, um sie vor schweren Erschütterungen und Erdbeben zu schützen. Bis zum Abschluss des Sanierungsprogramms bleiben beide Blöcke abgeschaltet, wie die Kraftwerksleitung berichtete. Die falsch montierten Dübel waren zunächst im Block A des Kraftwerks gefunden worden, der seit Mitte September zur jährlichen Generalüberholung abgeschaltet ist. Am 16. Oktober wurde zum Zweck der Überprüfung dann auch Block B abgeschaltet. Bei der Überprüfung einer Stichprobe von 750 Dübeln zeigte sich, dass etwa jeder zweite falsch montiert war.

Quelle der Aussendung: Nachrichten-Agentur AP