14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Windkraft: Salzburg AG betreibt Negativ-Propaganda

Labg. Heidi Reiter: "Ich würde mir von der Salzburg AG wünschen, dass sie die heimische Windkraft nicht ständig schlecht redet. Deutsche Windkraft-Projekte sind nicht wegen des Windes sondern vor allem wegen der deutschen Förderungen so interessant!"

Die Argumentation der Salzburg AG gegen Windkraft in Salzburg erregt bei Salzburgs GRÜNEN Widerspruch: "Anders als von der Salzburg AG behauptet, gibt es auch in Salzburg durchaus rentable Standorte für die Windkraft. Allen voran zählt dazu der Pass Lueg. Wenn Salzburg AG und Leube davon Abstand genommen haben, dort ein Windrad aufzustellen, dann liegt das möglicherweise an ihren überzogenen Rendite-Erwartungen aber sicher nicht an dem Wind, der dort angeblich zu wenig weht", meint Labg. Heidi Reiter, die Energiesprecherin der GRÜNEN im Landtag. Sie appelliert an die Salzburg AG, ihre "Negativ- Propaganda über die heimische Windkraft einzustellen".

Warum deutsche Windparks deutlich rentabler sind als österreichische, hängt freilich nur bedingt mit der dort wehenden Windmenge zusammen: "Jeder weiß, dass es in Deutschland seit der Grünen Regierungsbeteiligung ein Ökostromgesetz gibt, das Investoren mit höchst interessanten Förderungen lockt. Das hat den Erneuerbaren Energieträgern dort in nur wenigen Jahren zu einem unglaublichen Aufschwung verholfen. Würde Österreich dieses Gesetz übernehmen, dann hätten wir auch eine boomende Wirtschaft samt Innovationssprung im Bereich dieser Zukunftstechnologie. Vor allem aber wäre unser aktuelles CO2-Problem deutlich kleiner", so Reiter.

Derzeit allerdings sähen die heimischen Förderungen so aus, dass Unternehmen wie die Salzburg AG ihr Geld lieber in ausländische Öko- Projekte stecken. "Wir brauchen in Österreich endlich ein Ökostromgesetz nach deutschem Vorbild. Bis es allerdings soweit ist, würde ich mir von der Salzburg AG wünschen, dass sie Projektbetreibern, die auch ohne deutsches Fördersystem bereit sind hier bei uns in Windkraft zu investieren, nicht durch Fehlinformationen und Negativ-Propaganda Prügel vor die Füße wirft", so Reiter.

Wind ist eine erneuerbare Ressource, deren Potenzial auch in Österreich ausgeschöpft werden sollte. "Gerade vor dem Hintergrund unseres beständig steigenden CO2-Problems ist es völlig unverständlich, Windkraft-Projekte derart zu sabotieren", betont die Abgeordnete der GRÜNEN. Ende 2004 drehten sich in Österreich bereits 430 Windkraftanlagen, die sauberen Strom für 300.000 Haushalte lieferten. Die jährliche Einsparung an Kohlendioxyd betrug 600.000 Tonnen. "Ein paar tausend Tonnen könnte auch Salzburg beisteuern, wenn man die Projektbetreiber nur endlich lassen würde", so Reiter.

Weiterführende Links

Zur Presseaussendung von Heidi Reiter
Salzburg AG: Investiert in Windkraft - aber nicht in Österreich
Keine Naturschutz-Bewilligung für Windkraftwerk in Salzburg