14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Nabucco-Bau: Wird immer schwieriger

Auf der einen Seite eine Türkei, die ihren strategischen Vorteil nutzen möchte und auf der anderen Seite Russland, die über Serbien weitere Gas-Routen (wieder-)erschließen möchte

Wie aus einem Bericht der Financial Times hervorgeht, hat die EU mit zwei großen Widerständen beim Bau der Nabucco-Pipeline zu rechnen, um unabhängiger vom russischen Gas zu werden: Einerseits die türkischen Forderungen und andererseits die Balkan-Aktivitäten der russischen Gazprom. Ankara's Ziel ist, zur Energiedrehscheibe zu werden und vom Transit-Land zum Käufer und Verkäufer kaspischen Gases zu werden. Eine Preiskontrolle und ein Machtzuwachs wäre damit garantiert. Die EU-Beitrittsverhandlungen werden sich durch diese Situation für die Türkei damit wesentlich einfacher gestalten. Auf der anderen (russischen) Seite ist man ebenfalls nicht unaktiv. Der Gazprom-Konzern hat das serbische Öl- und Gas-Unternehmen NIS gekauft. Serbien war in der Vergangenheit eine Gas-Drehscheibe. Wenn auch die Pipelines schon etwas rostig sind, ist die Infrastruktur jedoch noch vorhanden und könnte wieder relativ rasch wieder in Betrieb genommen und ausgebaut werden. Russland könnte damit in kürzester Zeit den südosteuropäischen Markt unter Kontrolle bringen.

Die IG Windkraft meint, dass es angesichts dieser aussichtslosen Zustände an der Zeit wäre, Nabucco endgültig zu begraben und das Geld und die Ressourcen in den schnellen Ausbau Erneuerbarer Energie zu stecken. Gas kann man abdrehen. Den Wind nicht.

Weiterführende Links

Zum Original-Artikel der Financial Times