14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Deutsches Bundesland will energieautark werden

Privater Strombedarf im Bundesland Saarland könnte bis 2020 allein durch Windenergie gedeckt werden

Mit einem konsequenten und zügigen Ausbau könnte bis 2020 der gesamte private Strombedarf und 20 Prozent des Gesamtstrombedarfs im Saarland allein durch Windenergie gedeckt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die veröffentlichte Windpotenzialstudie, die das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr in Auftrag gegeben hatte.
Die Untersuchung geht davon aus, dass die Stromproduktion aus Windenergie bis 2020 um das 5,5fache gesteigert werden kann. Die Nutzung der Windenergie ist demnach sehr kurzfristig in der Lage, einen erheblichen Beitrag zur Energieproduktion des Saarlandes und damit auch zum Erreichen der Klimaschutzziele zu leisten.
„Das Saarland muss endlich sein großes Windkraftpotenzial ausschöpfen, sonst gehört es in Deutschland weiterhin zu den Schlusslichtern bei der Nutzung dieser Zukunftstechnologie", so die Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr, Simone Peter. „Es wäre energie- und wirtschaftspolitisch geradezu abenteuerlich, den Ausbau der Windenergie angesichts der notwendigen Neuausrichtung der Energiepolitik in Deutschland und Europa nicht massiv zu beschleunigen."

Laut Studie kann die installierte Windenergie-Leistung im Saarland bis 2020 versechsfacht werden, die Zahl der Anlagen würde sich dank zunehmender Leistungsfähigkeit dagegen nur verdreifachen. Die Windkraftleistung im Saarland könnte bei einer jährlich installierten Leistung von rund 50 bis 60 Megawatt bis zum Jahr 2020 auf rund 727 Megawatt erhöht werden. Im vergangenen Jahr wurden bereits 52 MW Windkraft-Leistung zugebaut.

Um den Ausbau der Windenergie zu erleichtern, hat die Landesregierung bereits einiges an Vorarbeit geleistet. Mit der Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) Wind dürfen Windkraftanlagen in Zukunft auch außerhalb der bisher festgelegten Vorranggebiete für Windenergie gebaut werden. Das heißt, die Kommunen können im Rahmen ihrer Flächennutzungsplanung selbst Flächen für Windenergieanlagen ausweisen. „Mit dieser Änderung des LEP sind wir auch dem Wunsch vieler Städte und Gemeinden entgegengekommen. Die Kommunen haben inzwischen erkannt, dass sie mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien im Strom- und Wärmebereich nicht nur einen Beitrag für Klimaschutz und Versorgungssicherheit leisten, sondern auch finanziell profitieren durch Steuereinnahmen und direkte Beteiligungen“, so Ministerin Peter.

Derzeit sind im Saarland 93 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 133 Megawatt genehmigt.

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