14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Frankreich denkt über möglichen Atomausstieg bis 2040-2050 nach

Zum ersten Mal wird in Frankreich über die Möglichkeit eines Atromausstiegs nachgedacht, wie eine vor Kurzem veröffentlichte Studie über den französischen Energiemix 2050 zeigt.

Der Französiche Energieminister Eric Besson kündigte eine Studie zur Energieversorgung bis 2050 in Frankreich an, welche den Komplett-Ausstieg aus der Atomkraft als ein Szenario mit untersuchen soll. „Wir werden alle möglichen Szenarien für den Energiemix prüfen lassen“, sagte Besson dem Radiosender Europe 1. „Das ist nicht das Ziel der Regierung oder des Präsidenten, aber wir können auch nicht irgendetwas ausschließen.“

© www.br-online.de
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Die Atomkatastrophe in Fukushima wirft aber ihre Schatten und durch die 2012 bevorstehenden Präsidentswahlen beginnt der politische Atomkonsens zu schwanken. Laut einer Meinungsumfrage von Juni wollen drei Viertel der Franzosen aus der Atomenergie aussteigen, nur 22% waren für einen Ausbau der Atomkraftwerke.

Aktuell decken die Atomkraftwerke 38% des Energiebedarfs Frankreichs, und 75% der Stromerzeugung, das ist der höchste Anteil weltweit. Um das Ziel von 23% Erneuerbare bis 2020 zu erreichen wurde letzte Woche eine Ausschreibung, 10 Mrd. € für fünf Offshore Windparks mit einer Maximalkapazität von 3 GW, veröffentlicht. Im April 2012 soll es eine zweite Ausschreibung geben. Im Moment verfügt Frankreich noch über keinen Offshore-Windpark und plant die Installation von gesamt 6 GW Windkraftleistung (1.200 Windenergieanlagen) an der französischen Westküste. Damit würden 3,5% des Energieverbrauchs gedeckt werden. Zwischen 2015 und 2020 sollen diese Anlagen ans Netz gehen.