14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

GLOBAL 2000 und Ökostrom fordern: Was für Windräder gilt, müsste längst für Atomkraftwerke gelten

Wettbewerbsverzerrung: Bei Neubau von Windrädern muss Rückbau finanziell abgesichert werden - bei Neubau von Atomkraftwerken nicht. Umweltschützer fordern Angleichung der Gesetzgebung

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Bei Windkraftprojekten muss bereits in der
Planungsphase der Rückbau - sprich die Wiederherstellung der "grünen Wiese" - berücksichtigt werden, sowohl was die konkrete Umsetzung als auch die Kosten betrifft. So müssen bei den Gemeinden auch Sicherheiten z. B. in Form von Bankgarantien hinterlegt werden. Dies wird jedoch weder bei Industrieanlagen noch bei der Errichtung von fossilen Kraftwerken oder gar von Atomkraftwerken gefordert. Reinhard Uhrig, Atomexperte bei GLOBAL 2000, betont: "Dies trägt einmal mehr zur Ungleichbehandlung der Erneuerbaren bei. Eine Kostenaufstellung und Konzepte für den Rückbau von Anlagen und für die Dekontaminierung muss per Gesetz für ausnahmslos alle Energieprojekte eingeführt werden, die Rückstellungen für den immens teuren Abriss von Atomkraftwerken müssen in einem Fonds gesichert werden, mit dem die Betreiber nicht mehr wie jetzt an den Finanzmärkten zocken können. Nur so ist es möglich, neben der Kostenwahrheit auch das tatsächliche Gefahrenpotential und das Risiko, das kommende Generationen im Zusammenhang mit Nuklearenergie tragen müssen, auch wirklich sichtbar zu machen."

Atomstrom ist nur durch Wettbewerbsverzerrung marktfähig

Ökostrom ist schon lange nicht mehr teurer als konventioneller Strom. Reinhard Uhrig erklärt, wieso dieses Vorurteil sich jedoch immer noch in den Köpfen der Menschen hält: "Es fehlt an Kostentransparenz bei Nuklearenergie, die massiv durch die SteuerzahlerInnen bezuschusst wird. Außerdem werden erneuerbare Energieformen wie oben beschrieben per Gesetz diskriminiert. Derartige Wettbewerbsverzerrungen müssen abgeschafft werden - denn je mehr KonsumentInnen sich dann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen entscheiden, desto mehr saubere Kraftwerke können finanziert, geplant und gebaut werden und desto günstiger und wirtschaftlicher kann Ökostrom produziert werden."

Studie bestätigen die hohen Kosten der fossilen und atomaren Stromerzeugung

In der Studie „Was Strom wirklich kostet“ haben die Autoren des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft versucht, diese Verzerrung anhand konkreter Zahlen festzumachen.
Die Studie stellt erstmals weitgehend vollständige Zeitreihe der staatlichen direkten und indirekten Förderungen von erneuerbaren Energien, Atomenergie, Stein­ und Braunkohle für den Zeitraum 1970 bis 2010 zusammen. Werden Strompreis, Kosten von staatlichen Förderungen und Kosten der Umwelt­ und Klimabelastung einbezogen, dann ist bereits jetzt schon nach der Wasserkraft die Windkraft die billigste Stromerzeugungstechnologie.
Studie: Was Strom wirklich kostet (Kurzfassung)
Studie: Was Strom wirklich kostet (Langfassung)

Weiterführende Links

Der Strom-Filz in Österreich
Presseaussendung Global 2000 und Ökostrom

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