14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Aus für Atomstrom in Österreich

Aber vorerst müssen noch viele Details geklärt werden

Spätestens ab dem Jahr 2015 soll Österreich frei von Atomstrom sein. Um das zu erreichen, haben sich Regierung, Energiewirtschaft und Umweltorganisationen darauf geeinigt, dass in Zukunft kein Atomstrom mehr an österreichische Verbraucher oder Industrien verkauft werden soll. Geplant ist, dass es ab 2015 eine gesetzliche Verpflichtung zu einer lückenlosen Stromkennzeichnung geben soll, die auch die Herkunft von Stromimporten transparent machen würde. Zusätzlich verpflichten sich die heimischen Energieversorger freiwillig, ab 2013 auf die Lieferung von Atomstrom an Haushaltskunden zu verzichten; mit Berufung auf langfristige Verträge soll erst ab 2015 auch die Industrie atomstromfrei werden. Unter die allgemeinen Jubelmeldungen mischen sich aber bereits kritische Stimmen. So fehlte in den Berichten die Erwähnung, dass es für diese Freiwilligkeit zwar eine Zusage von Peter Layr, Präsident von Energie Österreich, und Vizepräsident Wolfgang Anzengruber gäbe, diese aber erst noch von den Gremien der E-Wirtschaft gutgeheißen und beschlossen werden müsse, also noch keineswegs fix sei. Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Campaigner von Global 2000, fordert dringend klarere Bestimmungen: „Entscheidend wird sein, dass die lückenlose Kennzeichnung ab 2015 auch wirklich alles inkludiert. Zum einen Haushalts- und Industriekunden, zum anderen auch den Pumpspeicherstrom. Letzteres, um zu verhindern, dass erst wieder Atomstrom importiert und über den Umweg eines Pumpspeicherkraftwerks am Ende als grüner Strom ausgewiesen wird.“ Zu einem ultimativen Importverbot von Atomstro konnte man sich nicht durchringen, da dies EU-rechtlich nicht möglich sei. Dem widerspricht Jurrien Westerhoff, Energie-Experte von Greenpeace: „Das ist bis jetzt noch nicht ausjudiziert, dazu steht noch die Rechtsmeinung des Europäischen Gerichtshofs aus.“


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Dieser Artikel erschien in unserer Mitglieder-Zeitung "windenergie". Da viele der Artikel im Umfang für die Homepage optimiert wurden, empfehlen wir den Download des Original-Artikels.