14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Weniger ist oft mehr

Wie Repowering die Windkraft-Landschaft verändern wird

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Im März 2012 legte das dänische Klima- und Energieministerium ein historisches neues „Energy Agreement“ vor. Es beinhaltet eine Vielfalt ambitionierter Initiativen mit dem Ziel, bis zum Jahr 2050 im Energie- und Transportsektor 100 Prozent erneuerbare Energie zu erreichen. Bereits 2020 sollen 50 Prozent des Strombedarfs mit Windenergie bereitgestellt werden. Zum Vergleich: Ende 2011 betrug der Windstrom- Anteil 28 Prozent. Bis 2020 sollen 1.800 MW onshore und 1.500 MW offshore neu installiert werden. Wobei an Land der größte Teil im Zuge von Repowering- Maßnahmen entstehen soll

Dreifacher Ertrag

Beim Repowering werden alte Windkraftanlagen durch moderne, effizientere Anlagen mit einem höheren Wirkungsgrad ersetzt. Bei einer Halbierung der Anlagenanzahl und gleichzeitiger Verdoppelung der Leistung kann durch effizientere Nutzung der Standorte eine Verdreifachung des Ertrags erreicht werden. Von 2012 bis 2020 werden 1.800 MW des Altbestandes vom Netz genommen werden, weil die Anlagen ihre Lebensdauer von 20 Jahren erreicht haben werden. Im selben Zeitraum werden effizientere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.300 MW installiert werden, die die gleiche Stromproduktion schaffen. Und weitere 500 neu gebaute MW werden dann noch zusätzlichen Windstrom erzeugen. Karina Lindvig vom Dänischen Windindustrie-Verband schätzt: „Wir gehen davon aus, dass die modernen Anlagen bis zu 50 Prozent effizienter arbeiten werden als die Altanlagen aus den 1990ern. Wir rechnen damit, dass es bis 2020 um 2.000 Onshore- Anlagen weniger geben wird.“ Wiederum zum Vergleich: Derzeit drehen sich am dänischen Festland die Rotoren von knapp 4.600 Windkraftanlagen. Spannend wird das Thema Repowering in den nächsten Jahren auch in Deutschland werden. Über 13.700 der insgesamt rund 23.000 Windkraftanlagen stehen schon zehn Jahre oder mehr. Zudem bietet das EEG mit dem Repowering-Bonus einen starken Anreiz: Zusätzlich zur Anfangsvergütung gibt es eine Extrazahlung von 0,5 Cent für jede erzeugte Kilowattstunde Strom aus neuen Windturbinen, die alte Anlagen ersetzen. Wesentliche Bedingungen: Die alten Anlagen wurden vor dem 1. Jänner 2002 in Betrieb genommen; die neuen verfügen mindestens über die doppelte Leistung ihrer Vorgänger. Schon 2011 hat das Repowering in Deutschland merklich an Bedeutung gewonnen. 170 alte Anlagen mit einer Gesamtleistung von 123 MW wurden durch 95 neue Anlagen mit in Summe 238 MW ersetzt.

Deutlich weniger Anlagen

Aber jetzt gehtŽs erst richtig los. Im Jahr 2012 haben rund 9.400 Anlagen ein Alter von mindestens zwölf Jahren erreicht. Hier liegt das aktuelle Repowering-Potenzial: Die Anlagen der ersten Generation kommen insgesamt auf eine Leistung von rund 6.100 MW, was einer durchschnittlichen Leistung von ca. 650 kW entspricht. Die 2011 in Deutschland neu installierten Windkraftanlagen verfügen mittlerweile über eine durchschnittliche Leistung von 2,3 MW. Durch das Repowering kann dieser Wert kontinuierlich gesteigert werden. Moderne, effizientere Windkraftanlagen nutzen das Windangebot besser aus und lassen sich wesentlich besser in das elektrische Netz integrieren. Durch Repowering kann die Leistung verdoppelt, die Anzahl der Anlagen dagegen halbiert werden. Große Windenergieanlagen mit moderner Technik verfügen außerdem über deutlich geringere Drehzahlen, sie wirken damit optisch verträglicher als die schnell drehenden Rotoren älterer Anlagen.

Repowering bedeutet …

Halbierung der Anlagenzahl
Verdoppelung der Leistung
Dreifacher Stromertrag
Hälfte der Umdrehungszahl
Steigerung der Volllaststunden
Verbesserte Netzverträglichkeit


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Dieser Artikel erschien in unserer Mitglieder-Zeitung "windenergie". Da viele der Artikel im Umfang für die Homepage optimiert wurden, empfehlen wir den Download des Original-Artikels.