14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Traurige Bilanz der Kohle-Emissionen

21.600 Asthmaanfälle, 1.300 verlorene Lebensjahre und 120 vorzeitige Todesfälle

194 Mio. Euro gesellschaftliche Gesundheits-Folgekosten entstehen laut Modellsimulationen auf Basis von WHO-geprüften Methoden jährlich durch die Verbrennung von Kohle

Niedrige Preise für CO2 im EU-Emissionshandel, günstige Import-Preise: Kohle steht derzeit in Europa vor einer Renaissance. Heute präsentierten die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, die Health and Environment Alliance (HEAL) und ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt bei einer gemeinsamen Pressekonferenz eine Studie über die gesundheitlichen Folgen der Kohleverbrennung in Österreich. Die Ergebnisse lassen aufhorchen.

Schwefeldioxid, NOx und Feinstaub verursachen Krankheiten wie Lungenkrebs

Als Folge der Schadstoff-Emissionen Schwefeldioxid, NOx und Feinstaub aus der Kohleverbrennung, die mit dem Auslösen von Lungenkrebs, chronischer Bronchitis und Herz-Kreislauferkrankungen in Zusammenhang gebracht werden, entstehen durch die Verbrennung von Kohle in Österreich jährlich 120 vorzeitige Todesfälle, 1.300 verlorene Lebensjahre, 3.900 zusätzliche Asthmaanfälle bei Kindern und 17.700 bei Erwachsenen.

Quecksilber - lt. WHO eine der zehn größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit

© Global 2000
 © Global 2000

"Extrem feine Partikel wie PM2,5 können gängige Filteranlagen passieren. Diese Partikel sind besonders gefährlich und können Erkrankungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs auslösen", warnt Dr. Hanns Moshammer, Vorstandsvorsitzender von ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt. Die Kohleverbrennung ist in Europa aber auch hauptverantwortlich für anthropogene Emissionen von Quecksilber, das von der WHO als eine der zehn größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit eingestuft wird. Europaweit entstehen nach einer Studie der Health and Environment Alliance insgesamt etwa 18.200 vorzeitige Todesfälle durch die
Verbrennung von Kohle.

GLOBAL 2000 fordert Verbund auf, Ausstiegsplan für Mellach und Dürnrohr vorzulegen

In Österreich wird Kohle vorwiegend in der Stahlproduktion, sowie in den drei verbliebenen Kohlekraftwerken Riedersbach, Mellach und Dürnrohr eingesetzt. In Riedersbach ist ein Ende der Kohleverstromung mit 2016 geplant, für die letzteren beiden fehlt noch ein Ausstiegsplan - und noch dazu wirbt der Betreiber, Verbund, mit dem Werbeslogan "100 % Wasserkraft". "Mit einem Ausstieg würden gefährliche Schadstoffemissionen wie Schwefeldioxid, NOx, Feinstaub und Quecksilber reduziert und damit eine relevante Verbesserung der Gesundheitssituation in Österreich erreicht werden", so Mag. Johannes Wahlmüller, Energie- und Klimasprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000.



Aussendung (gekürzt): Global 2000