14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

In 40 Jahren spricht niemand mehr von Verschandelung

Im Gespräch mit Prof. Wolf über die Schönheit von Landschaften mit Windrad

© Tag des Windes / Michael Rothauer
 © Tag des Windes / Michael Rothauer

Das Ende des Streits, ob Windkraftanlagen die Landschaft verschandeln oder nicht, ist absehbar! „In 40 Jahren werden wir Diskussionen über die Schönheit und ihre Verschandelung durch Windkraft so nicht mehr führen. Und wenn doch, dann wird sie zumindest deutlich weniger und deutlich weniger emotional geführt werden. Unsere idealisierte Vorstellung von Landschaft wird sich also irgendwann an die landschaftliche Wirklichkeit angepasst haben“, erklärt Prof. Stefan Wolf von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Höxter im Gespräch mit der EnergieAgentur.NRW. Der Wissenschaftler untersucht, wie Landschaften mit Windrädern beschaffen sein müssen, damit sie als schön angenommen werden.

Wenn es um Windkraftanlagen in der Landschaft geht, scheitert die Akzeptanz immer wieder an ästhetischen Anschauungen. Mit Hilfe des Eye-Tracking-Verfahrens hat Prof. Wolf untersucht, wie Landschaften bewertet werden. Dabei werden einem Betrachter Bilder vorgelegt und mittels einer Kamera seine Augenbewegungen auf dem Bild aufgezeichnet. Anschließend wird der Betrachter befragt. Die Ergebnisse sind mitunter erstaunlich: „Je älter der Betrachter, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ihn Windkraftanlagen im Landschaftsbild stören. Und wir haben festgestellt, dass jungen Menschen, die einen Bergrücken sehen, auf denen keine Windkraftanlage steht, sogar etwas fehlt. Die erwarten da sozusagen bereits eine Windkraftanlage. Die Altersgrenze für diese Erwartungshaltung liegt so zirka bei 40 Jahren“, so Wolf.

Je größer das Windrad, desto störender kann der Wissenschaftler auch nicht bestätigen. Große Windräder würden – weil sich die Rotoren langsamer drehte – sogar als beruhigend wahrgenommen. Prof. Wolf zieht den Vergleich zu Strommasten, die vor 100 Jahren auch als störend, schädlich für die Gesundheit und hässlich bezeichnet wurden. Wolf: „Für jüngere Generationen sind die Windkraftanlagen bereits Alltagserfahrungen, da sind Windkraftanlagen wie Strommasten, die im Landschaftsbild schließlich auch nicht mehr auffallen, die seit Jahrzehnten dazugehören.“

Das komplette Gespräch findet sich auf der Internet-Seite der EnergieAgentur.NRW.


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Quelle: oekonews - Erste Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit