14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Alpines Know-how

Österreichs Beitrag zu Forschung und Entwicklung im Rahmen der IEA Wind

© Astrid Knie
 © Astrid Knie

Das „Co-operative Agreement for Wind Energy Systems“ der Internationalen Energieagentur(IEA Wind) versammelt 25 Partner, neben EU-Kommission, EWEA und Chinese Wind Energy Association sind zahlreiche Einzelstaaten beteiligt. Österreich wird durch das BMVIT (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie) vertreten. Auch Andreas Krenn vom Verein Energiewerkstatt ist in unterschiedlichen Funktionen tätig.

In welcher Funktion bist du im Rahmen des Co-operative Agreement der IEA Wind tätig?

Andreas Krenn: Das Executive Commitee, kurz ExCo, koordiniert sämtliche internationalen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der IEA Wind, die R&D Tasks. Theodor Zillner, stellvertretender Abteilungsleiter für Energie- und Umwelttechnologien des BMVIT, ist Mitglied des ExCo. Als sein Stellvertreter bin auch ich Mitglied in dieser Lenkungsgruppe. Zudem bin ich bei einem Task auch direkt in die internationale Forschungsarbeit involviert.

Zu welchen Themen kann österreichisches Know-how eingebracht werden?

In Österreich kennen wir nur zu gut das Problem, dass es durch Vereisung zu einer automatischen Abschaltung von Anlagen kommen kann. Derartige Stillstandszeiten bedeuten aber unerwünschten Ertragsverlust. Im Task 19, wo ich seit 2009 aktiv bin, geht es genau um diese besonderen Herausforderungen für Windenergie unter Vereisungsbedingungen. Der Task 19 liefert Berichte über Praxisempfehlungen, die international große Beachtung erfahren. Die aktuelle Periode 2013 bis 2015 läuft jetzt gerade aus. In dieser hat der Verein Energiewerkstatt zwei Themen bearbeitet. Zum einen wurde die österreichische Genehmigungspraxis bei der Beurteilung von Eisfallrisiken einem internationalen Vergleich mit anderen Ländern unterzogen. Und im steirischen Windpark Steinriegel wurden vier unterschiedliche Eisdetektionssysteme im Praxistest verglichen.

Vereisung ist in Österreich ein wichtiges Thema. Gibt es dazu neue Entwicklungen?

Das hat jetzt nicht direkt mit der IEA Wind zu tun, ist aber interessant. Vor wenigen Tagen hat der Verein Energiewerkstatt gemeinsam mit den Konsortialpartnern IG Windkraft, Wien Energie, Austrian Institute of Technology sowie Uni Graz und TU Graz die Zusage für ein spannendes Forschungsprojekt erhalten. Ähnlich wie wir schon den Windatlas entwickelt haben, werden wir einen gesamtösterreichischen Vereisungsatlas berechnen, der Informationen zur Häufigkeit und Intensität von Vereisungsbedingungen gibt. Zusätzlich werden wir im Windpark Steinriegel 3D-Kameras montieren, mit denen Eisabfall beobachtet und in 3D-Ansichten ausgegeben werden kann.
Dieses Projekt zielt darauf ab, das Risiko durch Eisfall besser einschätzen zu können sowie darauf aufbauend eine objektive Auswahl von Richtlinien, Maßnahmen und technischen Lösungen zur Minimierung des Risikos und der Stillstandszeiten zu erarbeiten.

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Dieser Artikel erschien in unserer Mitglieder-Zeitung "windenergie". Da viele der Artikel im Umfang für die Homepage optimiert wurden, empfehlen wir den Download des Original-Artikels.