14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Das Klima, sein Wandel, seine Folgen und sein Forscher

Im Rahmen des 12. Österreichischen Windenergie-Symposiums AWES 2016, das im März in Wien stattfand, hielt der weltweit renommierte deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber einen die Teilnehmer ebenso beeindruckenden wie erschütternden Vortrag über die wissenschaftlich belegten Klimaveränderungen und ihre drohenden Folgen für die Menschheit.

© PIK Batier
 © PIK Batier

Lesen Sie hier das komplette ausführliche Exklusiv-Interview, das Gerhard Scholz, Chefredakteur der IGW-Zeitung WINDENERGIE, mit ihm geführt hat.

Der Physiker und Mathematiker Hans Joachim Schellnhuber ist einer der weltweit renommiertesten Klimaexperten. 1992 gründete er das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das unter seiner Leitung zu einem der weltweit angesehensten Institute im Bereich der Klimaforschung wurde und dem er bis heute als Direktor vorsteht.

Schellnhuber ist Professor für Theoretische Physik an der Universität Potsdam und External Professor am Santa Fe Institute, USA. Er ist Vorsitzender des „Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen“ der deutschen Bundesregierung und langjähriges Mitglied des Weltklimarates Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Schellnhuber ist auch maßgeblicher Mitautor der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, deren wissenschaftlichen Teil er bei der ersten Pressekonferenz dazu präsentierte.

Als einer der Ersten forderte Schellnhuber nachhaltige Lösungen für das Klimaproblem und prägte die internationale politische Diskussion darüber entscheidend mit. Im Dritten Sachstandsbericht des IPPC (2001) brachte Schellnhuber als einer der koordinierenden Leitautoren das Konzept der Kippelemente in die Klimaforschung ein und wies auf die bis dahin vernachlässigte Möglichkeit diskontinuierlicher, irreversibler und extremer Ereignisse im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung hin. Bis dahin war vorwiegend von linearen, allmählich stattfindenden Veränderungen ausgegangen worden.

2005 identifizierte eine von ihm geleitete Arbeitsgruppe neun klimapolitisch relevante Kippelemente des Erdsystems, welche durch anthropogene Einwirkung über eine kritische Grenze hinaus belastet werden könnten, sodass es zu einer abrupten, in einigen Fällen sogar unumkehrbaren Änderung kommen würde. Dazu gehören etwa das Abschmelzen großer Eismassen, Veränderungen der Monsunsysteme oder die Entwaldung tropischer und borealer Wälder. Seither ist die Belastung dieser Kippelemente ungebremst vorangeschritten und Schellnhuber fordert engagiert sofortige Maßnahmen zur Unterschreitung der Zwei-Grad-Grenze der globalen Erwärmung, vor allem durch die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energiequellen.

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist Schellnhuber „zweifellos eine der schillerndsten Figuren in der Klimaforschung und einer der klügsten, eifrigsten, scharfzüngigsten und schon deshalb auch umstrittensten intellektuellen Freischwimmer im politischen Haifischbecken“.

Hier gehtŽs zum Interview mit Hans Joachim Schellnhuber.