14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Sanfte Technologie

Windstromerzeugung bewirkt keine gesundheitlichen Probleme.

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Das Deutsche Umweltbundesamt hat eine neue Beurteilung dieser Frage vorgenommen und dabei den aktuellen Stand internationaler wissenschaftlicher Studien zu diesem Thema zu Rate gezogen. In ihrem Positionspapier „Mögliche gesundheitliche Effekte von Windenergieanlagen“ sind die Ergebnisse zusammengefasst. Das Fazit der Arbeit vorweggenommen: Durch die Stromerzeugung mit Windkraft „ergibt sich ein wichtiger positiver Nutzen nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit“.

Für Umwelt und Gesundheit

Detailliert wird auf die einzelnen oft angeführten möglichen Belastungen durch den Betrieb von Windrädern eingegangen. Immer wieder aufgeworfenes Thema ist Schall, und dabei insbesondere Infraschall. Aufgrund der (auch in Österreich) vorgeschriebenen weiten Abstände der Windparks von Wohngebieten sind – abgesehen von subjektiv empfundener Lärmbelästigung – keine wissenschaftlich objektiven Beeinträchtigungen nachzuweisen. Zum Reizthema Infraschall wird festgestellt: „Im Hinblick auf akustische Effekte kann für die Infraschall-Belastung durch Windenergieanlagen nach heutigem Stand der Forschung davon ausgegangen werden, dass diese im Vergleich mit anderen (natürlichen und anthropogenen) Quellen sehr gering ist, sodass es hierbei nicht zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit kommt. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes stehen daher die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Infraschall einer Nutzung der Windenergie nicht entgegen.“

Andere mögliche negative Effekte, die früher tatsächlich eine Rolle spielten, konnten längst durch technische Lösungen neutralisiert werden. So meint das Umweltbundesamt: „Der technische Standard von Windenergieanlagen hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Sie sind nicht nur leistungsfähiger geworden, sondern auch im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit verbessert worden.“ Übermäßiger Schattenwurf wird durch eine damit verbundene Abschaltautomatik minimiert, Sonnenreflexionen an den Rotorblättern konnten durch matte, reflexionsarme Farben erheblich reduziert werden.

Die sogenannte Hinderniskennzeichnung – das sind die in der Nacht auf den Windrädern rot blinkenden Leuchten – kann ebenfalls extrem eingedämmt werden. Sanfte LED-Leuchten werden als weniger störend empfunden als etwa Xenon-Licht, zudem kann die Sichtweite reguliert werden. Mehrere synchron geschaltete Leuchten werden weniger irritierend empfunden, als wenn sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufleuchten.

Auch das Thema Eiswurf kann als gelöst gelten. In Österreich müssen Windräder bei Eisbildung sofort abgeschaltet werden, daher gibt es auch keinen Eiswurf. Moderne Eiserkennungssysteme und beheizbare Rotorblätter verringern noch dazu die Stillstandzeiten und erhöhen den Ertrag von Windrädern in gebirgigen Regionen.

Subjektive Faktoren

Was sich in verschiedenen Studien wieder und wieder zeigt, ist das Faktum, dass neben den objektiv messbaren Faktoren wie Schallpegel, Schattenwurf und Lichtemission vor allem auch subjektive Einflussfaktoren – also die persönliche Einstellung gegenüber Windkraftanlagen – eine enorme Rolle spielen. Versuchspersonen, die negative Symptome durch Infraschall erwarteten, nahmen solche wahr, obwohl in der Versuchsanordnung die Infraschallbelastung nur vorgetäuscht wurde und sie einer solchen tatsächlich überhaupt nicht ausgesetzt waren.

Alle einzelnen Ergebnisse einbezogen kommt das Deutsche Umweltbundesamt zu dem Schluss: „Zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor möglichen negativen Auswirkungen wurden bereits für viele Probleme (technische) Lösungen entwickelt. Die Nutzung der Windenergie ist nach derzeitigem Wissenstand auch nach Einbezug gesundheitlicher Aspekte im Vergleich zur konventionellen Energieerzeugung (zum Beispiel Verbrennung fossiler Brennstoffe) eine geeignete Alternative.“

Was das Deutsche Umweltbundesamt sehr vorsichtig formuliert, kann übersetzt auch so ausgedrückt werden: Die Windkraft-Technologie hat anfängliche Probleme bewältigt und entschärfende Lösungen dafür entwickelt. Auf Basis zahlreicher wissenschaftlicher Studien kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass Menschen durch sie keinen relevanten gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind. Windstrom ist nicht nur gut für die Umwelt und das Klima, sondern auch gut für die Gesundheit der Menschen.

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Dieser Artikel erschien in unserer Mitglieder-Zeitung "windenergie".

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