14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Faktencheck E-Mobilität

E-Autos schonen Umwelt und Geldbörse

Klimafonds & VCÖ präsentieren aktuelle Daten

© Klima-und Energiefonds/APA-Fotoservice/Roßboth Fotografin: Katharina Roßboth
 © Klima-und Energiefonds/APA-Fotoservice/Roßboth Fotografin: Katharina Roßboth

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, braucht es eine Mobilitätswende. Der Umstieg vom Verbrennungsmotor auf E-Mobilität wird dabei zur Schlüsselfrage. E-Autos werden für den Massenmarkt jährlich attraktiver, gleichzeitig gibt es in der öffentlichen Diskussion häufig verunsichernde Behauptungen. Die Expertinnen und Experten des Klima- und Energiefonds sowie des VCÖ haben die wichtigsten Fragestellungen einem kritischen Check unterzogen und aus Klimaschutz-, Wirtschafts- und Nutzerperspektive beleuchtet. Ergebnis ist der ,,Faktencheck E-Mobilität", der aktuelle Zahlen, Daten und Analysen kompakt zusammenfasst und gängige Mythen entkräftet.

E-Autos: 70-90% weniger CO2-Emissionen

Teilweise wird behauptet, E-Autos seien in Wirklichkeit umweltschädlich. In der Produktion verbrauchen sie derzeit tatsächlich mehr Energie als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Ein entscheidender Faktor ist jedoch der Strommix: Gerade hier hat Österreich deutliche Vorteile gegenüber anderen Staaten. Berücksichtigt man den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge inklusive Batterieproduktion, verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber fossil betriebenen Kfz um 70-90% weniger CO2. Während der reine Elektroantrieb, betrieben mit 100% Ökostrom, über den Fahrzeuglebenszyklus nur ca. 20g CO2 pro Personenkilometer verantwortet, emittiert der durchschnittliche Benziner und Diesel mit rund 175 g CO2 pro Kilometer fast neun Mal soviel. Ulla Rasmussen vom VCÖ bestätigt: ,,Der Verkehrssektor ist für 80% des österreichischen Erdölverbrauchs verantwortlich. E-Autos bieten eine umweltverträglichere Alternative, wenn der Anteil erneuerbarer Energie erhöht wird und eine echte Mobilitätswende eingeleitet wird. Gerade Österreich ist hervorragend geeignet, die deutlich bessere Ökobilanz im Vergleich zum Verbrenner auszunutzen. Zudem reduzieren Elektromotoren auch den Verkehrslärm und die Gesundheitsbelastung durch gefährliche Schadstoffe wie Stickoxide."

Strombedarf: 100%ige Abdeckung durch Erneuerbare möglich

Ein weiterer Mythos ist, der erhöhte Strombedarf für E-Autos könne nur mit Fossil- und Atomenergie gedeckt werden. Der Umstieg auf das E-Fahrzeug geht zwar mit einem höheren Strombedarf einher, zugleich wird aber der Gesamtenergiebedarf durch die Effizienz des Elektromotors gesenkt. ,,Stiegen rund 20% aller Pkw in Österreich auf Elektroantrieb um - das wären 1 Million Fahrzeuge -, würde der heimische Strombedarf gegenüber dem Jetztstand rechnerisch um nur rund 3,6% steigen", weiß Faktencheck-Autor Georg Günsberg. Diese Menge ist in den kommenden Jahren relativ leicht durch neue Ökostromanlagen in Österreich abdeckbar. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100%ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis 2030 umsetzbar - und das ohne signifikante Mehrkosten.

Weiterführende Links

www.faktencheck-energiewende.at
TU Studie: Stromzukunft Österreich 2030

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