14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Energiezukunft trifft ruhmreiche Vergangenheit

Ausgrabungen fördern Schätze aus Jungsteinzeit, Latènezeit und dem Frühmittelalter zu Tage, darunter ein zwei- bis fünfjähriges Kind das vor etwa 7.400 Jahren bestattet wurde.

© ARGIS
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Dass sich die Vergangenheit eindrucksvoll zu Wort meldet, kommt bei Infrastrukturbaustellen immer wieder vor. So auch bei den laufenden Arbeiten zum neuen EVN Windpark in der Marktgemeinde Sommerein: 10 Windräder sollen hier schon bald umweltfreundlichen Strom liefern. Doch derzeit teilen sich die Projektleiter ihre Baustelle noch mit einem Team der ARGIS Archäologie Service GmbH.

Denn mitten im geplanten Windpark im Nordosten des Gemeindegebietes wurden Überreste einer frühzeitlichen Siedlung entdeckt: „Allein im Areal des Turmfundaments befinden sich rund 220 Objekte, die zum größten Teil der Jungsteinzeit angehören, aber auch der Latènezeit und dem Frühmittelalter. Es handelt sich um typische Siedlungsbefunde, u.a. mehrere Grubenhäuser, zwei Langhäuser, etliche Gruben und zahlreiche Pfostengruben“, erläutert Geschäftsführer Gerald Fuchs begeistert. Sein Highlight: „In einer jungsteinzeitlichen Grube ist ein zwei- bis fünfjähriges Kind bestattet worden – das war vor etwa 7.400 Jahren! Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Fund, der uns einen unmittelbaren Bezug zu den damaligen Bewohnern vermittelt.“

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EVN Projektleiter Stefan Sauermann: „Natürlich bedeutet ein solcher Fund einen zusätzlichen Koordinationsaufwand. Aber die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und den archäologischen Fachexperten läuft sehr gut. Und schließlich geht es hier um die Sicherung von einmaligen, historischen Fundstücken“.

Der Windpark wird wie geplant Anfang 2018 in Betrieb gehen und ökologische Energie für die Region liefern.


Foto 1: Archäologin Cornelia Lenz und EVN Projektleiter Stefan Sauermann
Foto 2: In außergewöhnlicher Fund beim EVN Windpark Sommerein: ein zwei- bis fünfjähriges Kind, das vor etwa 7.400 Jahren bestattet wurde.