14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Windkonzern Senvion wird in seine Einzelteile zerlegt

Auf der Gläubigerversammlung am 10. und 11. September wurden erste Details zum Insolvenzplan des Windkraftanlagenherstellers Senvion bekannt.

Wie bereits zuvor in den Medien kolportiert ist ein Verkauf des Unternehmens als Ganzes mangels Interessenten nicht möglich. Dem mit 9.4.2019 als insolvent angemeldeten Unternehmen droht nun die Zerschlagung und der Verkauf einzelner Sparten. Auf der Gläubigerversammlung wurde dem Insolvenzplan zugestimmt und der Verkauf des Servicegeschäfts beschlossen. Der Bereich Anlagenbau soll nicht fortgeführt werden. Dazu wird der Bereich mit dem Servicegeschäft in die entschuldete Senvion Deutschland Gmbh überführt, welche an den neuen zukünftigen Investor verkauft wird. Aus dem Erlös sollen die Verbindlichkeiten der Gläubiger befriedigt werden. Die Senvion S.A. wird in das Insolvenzverfahren übergeführt und abgewickelt.

© Senvion
 © Senvion

Das lukrative Servicegeschäft soll zukünftig das Rückgrat des neu aufgestellten Unternehmens werden. Dabei wird versucht, möglichst viele Mitarbeiter und Know-How aus verschiedenen Sparten in eine neue Struktur überführen zu können. Gerade ein starkes Engineering wird als sehr wichtig gesehen. Von den rund 1500 existierenden Serviceverträgen unterschiedlicher Ausgestaltung werden kolportiert rund 10% nicht fortgeführt. Das deutsche Insolvenzrecht ermöglicht dem neuen Investor die Option, einzelne nicht lukrative Verträge aufzulösen bzw. nicht mehr weiterzuführen. Das wird vor allem Betreiber älterer Anlagen betreffen. Bis 2020 werden noch vereinzelt in Bau befindliche Projekte realisiert. Die Kunden von Senvion werden zeitnah über den weiteren Vorgang bezüglich Verträgen und Projekten informiert.

Die Zeit für eine Übernahme und Neuaufstellung von Senvion drängt. Der kürzlich gewährte Überbrückungskredit von 100 Millionen Euro ermöglicht eine Fortführung der Geschäfte bis maximal Ende September. Damit einhergehend wird es auch mit 30.9. die erste größere Entlassungswelle geben. Sollten also bis Oktober keine Käufer gefunden und neues Kapital vorhanden sein, droht dem Unternehmen die komplette Liquidierung. Es gibt bereits eine Liste zukünftiger Investoren, diese ist jedoch noch nicht offiziell vorgestellt worden.