14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Prangl: Windpark-Transporte auf engstem Raum zum neuen Windpark Fürstkogel

In der Steiermark wurden fünf Windkraftanlagen installiert

© Prangl
 © Prangl

Am Fürstkogel wurde ein Windpark mit fünf Windkraftanlagen errichtet. Darunter war auch eine Turbine mit 137 Meter Nabenhöhe, die höchste Maschine, die jeweils in Österreich auf einem alpinen Standort gebaut wurde. Die anderen vier Anlagen haben eine Nabenhöhe von 117 Meter. Die Anrainer von Stanz erinnerten sich noch gut an die gelben Giganten von Prangl.
Die Rahmenbedingungen für die Durchführung eines solchen Projekts bedürfen einer intensiven Planung. Einige bautechnische Begehungen und Transportstudien waren erforderlich, um die Realisierbarkeit eines solchen Vorhabens möglich zu machen. Bereits im Rahmen der Planungsphase konnte Prangl überzeugen. Wichtig war vor allem, das gesamte Leistungsportfolio von Transport, Logistik, Umschlag und Krantechnik aus einer Hand anzubieten. Die Vermeidung von Schnittstellen kann bei solch einem schwierigen Unterfangen von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung sein.
Mittels Schwertransportern wurden die Maschinenhäuser (65,0 Tonnen Einzelgewicht), die Naben (31,5 Tonnen Einzelgewicht), das Drive Train (61,0 Tonnen Einzelgewicht) und die Rotorblätter (14,7 Tonnen Einzelgewicht) aus Dänemark nach Österreich transportiert. Die Turmsegmente kamen aus Deutschland. Die schwersten und größten Sektionen mussten per Binnenschiff angeliefert werden. Nach dem Umschlag im Ennshafen, der ebenfalls von Prangl durchgeführt wurde, konnten die maximal 87,0 Tonnen schweren Stahlsektionen ihre Weiterfahrt fortsetzen. Die Stahlsegmente hatten Längen von bis zu 30,0 Meter.
Alle Komponenten wurden am Umschlagsplatz in Stanz zwischengelagert. Diesmal war es notwendig, einen Umladeplatz vor dem Stadtkern zu finden, da der Transport der einzelnen Komponenten durch die Engstellen mitten im Ortszentrum mit “üblichen“ Transportgarnituren nicht möglich war. Als idealer Umladeplatz diente die Fläche eines Sägewerks. Für den Umschlag kamen ein 220 Tonnen Teleskopkran und ein 280 Tonnen Raupenkran zum Einsatz. Aufgrund von Steigungen von bis zu 17% mussten im Pendelverkehr sämtliche Komponenten mittels Schwerlastmodul (12 Achsen) zu den jeweiligen Montageplätzen transportiert werden.
Um dem Naturschutz Rechnung zu tragen, wurde für die Flügeltransporte die bewährten Flügel-Transportvorrichtung eingesetzt. Die 62 Meter langen Rotorblätter konnten so in engen Kehren und Kurven bis zu 60° hochgestellt werden. Dadurch wurden die Adaptierungsmaßnahmen für die Bergstraßen und -wege auf ein Minimum reduziert. Nicht nur war damit dem Naturschutz und Landschaftsbild geholfen, sondern konnten dem Betreiber auch Kosten erspart werden. Die Fahrzeit der 16 Kilometer langen Strecke dauerte bis zu vier Stunden und erforderte höchste Konzentration.


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Aussendung: Prangl