14. Österreichisches Windsymposium24. bis 25. November 2020

Welche politischen Rahmenbedingungen sind effektiv und effizient um den dringend benötigten Ausbau der erneuerbaren Energien zu ermöglichen

Webinar zeigt auf, dass Ausschreibungen einen starken Windkraftausbau nicht ermöglichen

Stefan Gsänger, Weltweiter Windkraftverband WWEA

"Es ist besonders wichtig, dass es ein klares Kommitment für einen vollständigen Übergang zu erneuerbaren Energien gibt. Es bedarf der Investitionssicherheit, dass die Bevölkerung im ganzen Land weiß, dass, wenn sie investiert, sie erwarten kann, dass sich ihre Investition auch auszahlt."

"Es ist besonders wichtig ein nichtdiskriminierendes Vergütungssystem zu verwenden, das auch kleinen Investoren erlaubt, sich zu beteiligen. Und Auktionen haben das Problem, dass das Risiko sehr hoch ist. ...
Und wir sehen ein Problem, das tatsächlich von Auktionen und Quotensystemen geschaffen wird. Im Fall von Deutschland ist das besonders dramatisch, weil der Markt kollabiert ist und jetzt auch die Zulieferbranche am Kollabieren ist."

Jami Hossain, WWEA & R. Kannan, OGPL, Indien

Bild: © Jami HossainBild: © Jami Hossain

"Mit dem Einspeisetarif-System konnten wir 30-32 GW Windenergie im Land aufbauen. Und mit diesen 32GW Windenergie gab es eine ganze Industrie, die sich entwickelte. In dieser Industrie gab es unterschiedliche Arten von Stakeholdern, die daran beteiligt waren."

"Aber nach dem Übergang vom Einspeisetarif-System zu Ausschreibungen hat sich die gesamte Industrie verändert. Alle, die vorher aktiv waren, konnten sich nicht mehr am Markt beteiligen."

Bild: © Jami HossainBild: © Jami Hossain

"Also der Effekt von Ausschreibungen ist der, dass heimische und lokale Organisationen nicht mehr konkurrieren können, dabei vor allem heimische Unternehmen, die an der Produktion oder ähnlichem beteiligt sind. Kleine und mittlere Unternehmen sind aus dem Markt ausgeschlossen worden und warten derzeit darauf ihren Weg zurück in den Markt zu finden. Es gibt einen Verlust an Arbeitsplätzen, der sehr signifikant ist. Es gibt eine starke geographische Konzentration, die wir auf der Karte hergezeigt haben. Und noch etwas: Nur mehr wenige Stakeholder beteiligen sich."

Tim Weis, University of Alberta, Kanada

Bild: © Tim WeisBild: © Tim Weis

"Das Förderprogramm wurde 2009 dann grundsätzlich verändert und der Green Energy Act wurde erlassen. Das kann man als ein eher traditionelles Einspeisetarif-System beschreiben, das viel mehr Entwicklung von Projekten ermöglicht hat. Es war sehr erfolgreich und hat zu einem raschen Aufschwung und signifikantem Wachstum in erneuerbaren Energien in der Provinz geführt."

"Unmittelbar nachdem das Programm eingebracht wurde, gab es zwei Jahre beinahe eine explosionsartige Projektentwicklung und das Einspeisetarif-System wurde ein Opfer seines eigenen Erfolgs, weil alles schneller passierte, als die Regierung erwartet hatte. Und dann kann man leider sehen, was danach passierte: Dass es ein riesiges Absacken gab, das Fördersystem wurde geändert und sie wechselten zurück auf eine Art Ausschreibungs-System."

Alle Vortragenden des Webinars

  • Stefan Gsänger, WWEA: Experience with auctions and other support schemes
  • Dörte Fouquet, EREF: European renewable energy frameworks – between Green New Deal and energy communities
  • Martin Jaksch-Fliegenschnee, Austrian Wind Energy Association IG Windkraft: National support schemes for a resilient domestic wind power sector
  • Jami Hossain, WWEA & R. Kannan, OGPL: Experience with auctions in India
  • Hans-Josef Fell, Energy Watch Group: New policies for 100% renewable energy systems
  • Tim Weis, University of Alberta: Choosing the right tools for maximising renewables impact and benefits: A Canadian perspective

Weiterführende Links

WWEA-Webinar: Wind power and renewable energy policies: What is best to reach 100% RE